Anleitung: Dachrinne löten

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Das Löten einer Dachrinne sollte nur von sehr versierten Heimwerkern durchgeführt werden, die die dazu notwendige Qualifikation besitzen. Zum Einen wird diese Arbeit in den meisten Fällen in recht großer Höhe ausgeführt, so dass entsprechende Sicherungsmaßnahmen wie z.B. ein Gerüst notwendig sind. Zum Anderen besteht die Gefahr von kostspieligen Feuchtigkeitsschäden, wenn das Dachrinne löten nicht fachgerecht ausgeführt wird. Die folgende Anleitung zeigt das Vorgehen beim Löten einer Dachrinne.



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Eine Zink oder Kupfer – Dachrinne löten

Dachrinnen aus Zink oder Kupfer können mit Lötzinn im Weichlötverfahren gelötet werden. Ein herkömmlicher Lötkolben ist zum Löten einer Dachrinne vollkommen ungeeignet, da dieser nicht die erforderliche Hitze bringt. Für diese Arbeit benötigt man entweder eine mit Gas betriebener Lötkolben oder einen speziellen elektrischen Lötkolben zum Regenrinnen löten. Des weiteren benötigt man Lötzinn in Stangenform und Flußmittel. Bevor man mit dem Löten der Regenrinne beginnen kann, muss die entsprechende Stelle sorgfältig gereinigt werden. Lockere Verschmutzungen kann man mit einem Handbesen entfernen. Mit einer Drahtbürste werden dann fest sitzende Verschmutzungen beseitigt. Damit das Lötzinn auf der Metalloberfläche haftet, muss das Metall blank sein. D.h. es darf sich weder Rost bei einer Zink -Dachrinne noch Grünspan bei einer Kupferdachrinne auf der Oberfläche befinden. Eventuell vorhandener Rost muss daher mit Schleifpapier vollständig entfernt werden. Selbst wenn sich nur eine kleine Roststelle im Bereich der Lötstelle befindet, führt dies zwangsläufig zu einer undichten Stelle, da das Lötzinn mit dem Rost keine Verbindung eingehen kann.



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Wichtig beim Löten der Dachrinne ist, dass sich die beiden Rinnenstücke mindestens 10-15 mm überlappen. Falls die Überlappung geringer ist, besteht die Gefahr einer undichten Stelle in diesem Bereich. Beim Löten der Regenrinne müssen sowohl beide Rinnenstücke, als auch das Lötzinn erhitzt werden. Die Kunst bei dieser Arbeit ist, die richtige Temperatur zu finden. Die richtige Löttemperatur liegt bei über 250° Celsius. Wenn die Löttemperatur darunter liegt, fließt das Lötzinn nicht richtig und kann nicht in die Überlappung der beiden Rinnenstücke eindringen. Die Folge ist eine undichte Lötstelle, die zudem keine Belastung aushält. Ist die Löttemperatur  hingegen zu hoch, so kann es bei Verwendung einer Lötlampe bzw. eines Gaslötkolbens  zu einem Durchbrennen der Zink bzw. Kupferdachrinne kommen. Auch bei einem elektrischen Lötkolben kann die Temperatur zu hoch sein. Die Gefahr eines Durchbrennens besteht hier zwar nicht, doch das Lötzinn wird dann so heiß, dass dieses durch den Spalt zwischen den beiden Rinnenstücken hindurch fließt. Dies hat zur Folge, dass zuwenig oder gar kein Lötzinn zwischen den Rinnenstüchen vorhanden ist. Es zeigt sich also, dass sehr viel Erfahrung notwendig ist, um eine Dachrinne fachgerecht zu löten.

Zum Löten der Dachrinne wird die entsprechende Stelle mit Flußmittel eingestrichen. Das Flussmittel besteht aus einer Salzsäureverbindung, die die Lötstelle nochmals reinigt und gewährleistet, dass das flüssige Lötzinn gut in die Überlappung der Rinnenteile fließt. Nun kann man den Lötkolben an der Lötstelle ansetzen und die Rinnenteile und das Lötzinn erhitzen. Wenn die Temperatur stimmt, dann fließt das Lötzinn von alleine durch die Kapillarwirkung in den Spalt zwischen den beiden Rinnenstücken.



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Nach dem die Lötstelle abgekühlt ist, sollte man diese auf Dichtheit prüfen. Dazu lässt man Wasser durch die Dachrinne laufen. Sollte die Lötstelle undicht sein, so muss die gesamte Arbeit wiederhohlt werden. Nach dem Löten der Dachrinne muss das Flußmittel sorgfältig entfernt werden, da die Salzsäureverbindung ansonsten zu Korrosion führt.