Anleitung: Ein Anlehngewächshaus selber bauen

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Zum Überwintern von frostempfindlichen Pflanzen eignet sich ein Anlehngewächshaus bestens, da dieses direkt an die Hauswand gebaut wird. Somit kann die in der Hauswand gespeicherte Wärme an das Gewächshaus abgegeben werden. Wer ein Anlehngewächshaus selber bauen will, der sollte die folgenden Punkte beachten, damit der Eigenbau nicht zu einem kostspieligen Abenteuer wird.

 



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Das Anlehngewächshauses richtig planen

Anlehngewächshaus selber bauen: Bauplan

Auch wenn die Konstruktion dieses Gewächshaustyps nicht besonders kompliziert ist, gibt es einige wichtige Punkte, die beim Eigenbau zu beachten sind.

  1. Die Lage des Anlehngewächshauses ist ein sehr wichtiger Punkt, der bei der Planung unbedingt beachtet werden sollte. Damit die abgestrahlte Wärme der Hauswand genutzt werden kann, ist es ratsam, dass Gewächshaus an der Südseite des Hauses aufzustellen. Allerdings ist darauf zu achten, dass durch das Gewächshaus die Fenster und Türen des Gebäudes nicht verschattet werden.
  2. Die Größe des Gewächshauses ist ein weiterer wichtiger Aspekt, der beim Selbstbau beachtet werden sollte. Es ist nicht ratsam, aus Kostengründen, das Anlehngewächshaus zu klein zu planen, da zum Überwintern von Pflanzen relativ viel Fläche benötigt wird. Eine Breite von 2 m sollte daher nicht unterschritten werden, damit man sich in dem Gewächshaus zur Pflanzenpflege auch bewegen kann.
  3. Das Baumaterial sollte sorgfältig ausgewählt werden, wobei es ratsam ist, nicht nur die Kosten im Auge zu behalten, da auch die Qualität des Materials entscheidend ist. Am günstigsten lässt sich ein Anlehngewächshaus mit Holzprofilen bauen. Allerdings hat Holz, dass der Witterung ganzjährig ausgesetzt ist, nur eine begrenzte Haltbarkeit. Zudem müssen die Holzprofile regelmäßig mit Holzschutzfarbe gestrichen werden. Kunststoff oder Aluprofile besitzen eine wesentlich bessere Haltbarkeit und lassen sich ebenfalls recht leicht  verarbeiten. Zudem wirkt eine Konstruktion aus Alu- oder Kunststoffprofilen nicht so schwerfällig wie eine Holzkonstruktion. Die Verglasung ist mit Sicherheit einer der wichtigsten Punkte, da diese die größte Fläche einnimmt. Damit die Wärme im Gewächshaus bleibt, ist es empfehlenswert, Hohlkammerplatten oder eine Isolierverglasung zu verwenden. Von einer Verglasung mit herkömmlichem Einscheibenglas ist eher abzuraten.
  4. Wer ein Anlehngewächshaus selber bauen will, der ist gut beraten, auf eine ausreichende Belüftung zu achten. Im Sommer kann es bei direkter Sonneneinstrahlung ohne ausreichende Belüftung sehr schnell zu einem Hitzestau im inneren des Gewächshauses kommen. Die Belüftungsöffnungen sollten daher mindestens 15% der Gewächshausgrundfläche  ausmachen.
  5. Die Statik des Gewächshauses ist ein weiterer sehr wichtiger Aspekt, den man in keinem Fall vernachlässigen sollte. Das Anlehngewächshaus muss so gebaut werden, dass es sowohl Wind und Sturm trotzen kann und auch eine eventuelle Schneelast im Winter aushält. Damit das Regenwasser ungehindert abfließen kann, ist eine Dachneigung von ca. 20° zu  empfehlen.
  6. Auch die baurechtlichen Bestimmungen sind beim Bau eines Gewächshauses zu beachten. Ab einer bestimmten Größe ist eine Baugenehmigung erforderlich. Die Regelungen bezüglich einer Baugenehmigung sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Daher ist es ratsam, sich vor dem Selbstbau des Anlehngewächshauses bei der zuständigen Baubehörde zu erkundigen.

 



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Ein Anlehngewächshaus selber bauen: Bauplan mit Bauanleitung

Der Selbstbau mit einer Eigenkonstruktion sollte nur von sehr versierten Heimwerkern in Angriff genommen werden, da zum Bau sehr viel Erfahrung bei der Verarbeitung des Baumaterials erforderlich ist. Nicht so versierte Heimwerker sind besser beraten, wenn sie auf einen Gewächshausbausatz zurückgreifen, der recht einfach aufzubauen ist.

  • Als Erstes muss für das Anlehngewächshaus ein geeignetes Fundament gebaut werden. Für Alu- Gewächshäuser sind im Fachhandel Alu- Streifenfundamente erhältlich, die auf einem verdichteten Untergrund abgestellt werden können. Wenn man sich für eine Holzkonstruktion entscheidet, so kann man entweder eine Bodenplatte aus Beton, Beton – Streifenfundamente oder auch Punktfundamente für das Gewächshaus verwenden.
  • Die Abstände der Alu, Kunststoff oder Holzprofile sollten so gewählt werden, dass man Doppelstegplatten bzw. Hohlkammerplatten mit Standardmaßen verwenden kann. In jedem Fall muss man bei der Konstruktion immer die Stabilität bzw. die Statik der Konstruktion im Auge behalten. Zum Verbinden der Alu- und Kunstoffprofile sind spezielle Verbindungselemente verfügbar, die in die Profile eingeschoben und anschließend verschraubt werden. Bei der Verwendung von Holzprofilen werden die Bauteile mit Schrauben und Montagewinkeln miteinander verbunden.
  • Der Bauplan oben zeigt ein Anlehngewächshaus mit Holzprofilen. Das Gewächshaus besitzt ein Streifenfundament. Die Holzbalken werden mit dicken Bitumenstreifen von dem Betonfundament abisoliert, so dass keine Feuchtigkeit vom Boden in das Holz eindringen kann.
  • Das Anlehngewächshaus wird an der Gebäudewand mit einem Querbalken fixiert. Wichtig ist, dass die Gebäudewand eine ausreichende Tragfähigkeit besitzt, so dass man die Schrauben und Dübel sicher verankern kann.
  • Die Dachneigung sollte ca. 20° betragen, damit das Regenwasser vom Gebäude weg geleitet wird. Damit das Dach auch eine eventuelle Schneelast aushält, sollte der Anstand der Dachsparren nicht zu groß sein. Es ist ratsam sich bei der zuständigen Baubehörde über die zu erwartende Schneelast zu erkundigen, da diese regional sehr verschieden ist.
  • Die Holzprofile zum Bau des Anlehngewächshauses kann man selber fertigen. Wie diese aussehen können, wird im Bauplan oben verdeutlicht. An einem Vierkantbalken werden an den Seiten Leisten angebracht, die als Führung für die Hohlkammerplatten dienen. Nach dem Aufstellen der Rahmenkonstruktion wird zuerst innen an den Balken eine Holzleiste mit Schrauben angebracht. Anschließend wird die Hohlkammerplatte eingelegt und die äußeren Leisten können festgeschraubt werden.



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