Anleitung: Eine Hängematte selber machen

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Nicht nur im Außenbereich, auch in der Wohnung bietet eine Hängematte einen gemütlichen Platz zu  relaxen. Mit etwas handwerklichem Geschick kann man eine Hängematte selber machen. Nachfolgend werden zwei unterschiedliche Methoden beschrieben, wie man eine Hängematte selber bauen kann. Im zweiten Abschnitt wird der Eigenbau eines Hängemattengestells beschrieben.

 



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Methoden zur Herstellung von Hängematten

Ursprünglich wurden Hängematten aus reißfesten Schnüren geknüpft. Diese Art der Herstellung ist allerdings sehr zeitaufwendig und erfordert zudem großes handwerkliches Geschick. Daher wird im Folgenden der Selbstbau von zwei unterschiedlichen Typen von  Stoffhängematten beschrieben.

  1. Der erste Typ wird mit Hilfe von zwei Holzstäben, die die Last der aus den Stoff einwirkt aufnehmen und verteilen, gebaut.
  2. Der zweite Mattentyp wird mit Loch-Ösen, welche an den Enden in einem Stofftuch fest genietet werden, hergestellt.

Beide Hängemattentypen sind relativ einfach herzustellen, allerdings benötigt man für die 2. Variante eine stabile Nietzange.

Schritt für Schritt Bauanleitung für eine Stoff- Hängematte

Anleitung: Hängematte selber bauen

Hinweis: Der zum Bau der Hängematte verwendete Stoff muss reißest sein. Bei der Verwendung der Stoffhängematte im Freien sollte das Textilgewebe zudem witterungsbeständig sein. Zur Herstellung der Hängematte ist daher ein Stoff wie z.B. Segelleinen geeignet.

Das Folgende Material wird zum Selber Machen benötigt:

  • Reißfestes Textilgewebe mit den Maßen 230×130 cm
  • 2 Rundstäbe aus Buchenholz mit einem Durchmesser von 35-40 mm und einer Länge von 140 cm
  • 10 mm starke Schnüre
  • 2 Stahlringe mit 60 mm Durchmesser
  • Starkes Nähgarn

Benötigte Werkzeuge und Maschinen:

  • Nähmaschine
  • Schere
  • Maßband
  • Bohrmaschine mit 10 mm Bohrer
  • Säge
  • Schneiderkreide

 



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  1. Als Erstes wird der Stoff ausgemessen und mit Schneiderkreide so markiert, dass das erforderliche Maß (230×130 cm) mit einer Schere zugeschnitten werden kann.
  2. Nun wird der Stoff an den kurzen Seiten jeweils 2 cm eingeschlagen und mit einer Nähmaschine gesäumt. Die langen Seiten werden um ca. 3 cm eingeschlagen und ebenfalls gesäumt.
  3. Die kurzen Enden des Stoffes schlägt man nun nochmals um, und näht so eine Lasche, durch die die Rundstangen geschoben werden können. Hinweis: Die Naht sollte zweireihig mit einem starken Nähgarn ausgeführt werden.
  4. Jetzt werden die Rundstäbe auf eine Länge von 140 cm zugesägt. An den Stabenden bohrt man  quer, mittig  Löcher mit einem Durchmesser von 10 mm. Die Löcher sollten einen Abstand von ca. 3 cm von den Enden haben.
  5. Anschließend schiebt man die Stäbe durch die Schlaufen an den Stoffenden.
  6. Als Nächstes schneidet man 4 Schnüre mit 10 mm Durchmesser auf eine Länge von ca. 75 zurecht. Die Schnüre werden nun durch die Löcher an den Stabenden geschoben und zweimal  um den Stab gewickelt und dann fest geknotet.
  7. Zum Schluß werden jeweils zwei Schnurenden  auf einer Seite an einem 60 mm Stahlring verknotet. An den beiden Stahlringen kann nun jeweils eine starke Schnur befestigt werden, mit der die Hängematte zwischen zwei Bäumen oder an einem Hängemattengestell aufhängt wird.

Eine Hängematte mit Nieten (Lochösen) selber machen

Hängematte selber machen

Die Last, die auf die Hängematte einwirkt, kann auch auf Lochnieten verteilt werden. Dazu werden an den Enden des Hängemattenstoffes jeweils 20 Lochnieten angebracht. Eine derartige Seehängematte läßt sich sehr einfach und kompakt verstaunen.

Materialliste:

  • Reißfester Stoff mit den Maßen 230×130 cm
  • 41 Loch – Nieten
  • 10 mm starke Schnüre
  • 2 Stahlringe mit 60 mm Durchmesser
  • Starkes Nähgarn

Werkzeugliste:

  • Nähmaschine
  • Schere
  • Maßband
  • Nietzange
  • Schneiderkreide

Schrittweise Anleitung zum Bau der See-Hängematte:

  1. Der Stoff wird wiederum ausgemessen und mit Schneiderkreide so markiert, dass das erforderliche Maß (230×130 cm) mit einer Schere zugeschnitten werden kann.
  2. Die langen Seiten des Stoffes werden um ca. 3 cm eingeschlagen und mit der Nähmaschine gesäumt.
  3. Die kurzen Stoffenden werden um 4,5 cm umgeschlagen und mit einer Doppelnaht vernäht. Hinweis: Zum Nähen sollte man einen straken, reißfesten Zwirn verwenden.
  4. Nun zeichnet man mit Schneiderkreide die Stellen an den Stoffenden an, an denen später die Loch – Nieten angebracht werden. Anschließend nietet man die Loch -Nieten mit einer Nietzange an den gekennzeichneten Stellen an.
  5. Jetzt werden 41 Schnüre mit einer Stärke von 8 mm und einer Länge von ca. 75 cm zugeschnitten. Dann werden die Schnüre an den Nieten verknotet.
  6. Das andere Ende der Schnüre wird nun jeweils mit einem der beiden Stahlringe verknotet. Die fertige Hängematte kann jetzt mit einer kräftigen Schnur zwischen zwei Bäumen aufgehängt werden.

Anleitung mit Bauplan: Ein Hängemattengestell selber bauen

Wenn man im Garten keine geeigneten Bäume hat, an denen die Hängematte befestigt werden kann, oder für den Fall, dass die Matte im Wohnzimmer aufhängt werden soll, ist ein Hängemattengestell empfehlenswert. Im Folgenden wird beschrieben, wie man ein elegantes Hängemattengestell selber bauen kann.

Material:

  • 1 Holzbalken 16x16x250 cm
  • 2 Holzbalken 6x12x150 cm
  • 2 Holzbohlen 4x12x130 cm
  • 1 Buchen Rundstab 3 cm Durchmesser
  • Wasserfester Holzleim

Werkzeug:

  • Säge (Fuchsschwanz)
  • Stechbeitel
  • Oberfräse
  • Bohrmaschine mit 30 mm Forstnerbohrer
  • Hammer

Zum Bau des Hängemattengestells werden keine Schrauben oder Nägel benötigt. Alle Bauteile werden mit 30 mm starken Rundholzdübeln miteinander verbunden. Die Herstellungen der Passungen für die Tragbalken müssen sehr präzise gefertigt werden, so das der Eigenbau des Hängemattengestells eher nur für versierte Heimwerker zu empfehlen ist.

 



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  1. Zuerst wird der 16×16 cm Holzbalken bearbeitet. Mit einer Säge sägt man diesen auf eine Länge von ca. 250 cm zurecht. An den beiden Enden des Holzbalkens werden die schrägen  Aussparungen (45°), wie aus dem Bauplan ersichtlich, angebracht. Dazu wird der Balken mit einem Fuchsschwanz an den Enden im 45° Winkel zweimal in einem Abstand con 60 mm eingesägt. Der verbleibende Steg kann anschließend mit einem Stechbeitel ausgestemmt werden.
  2. An dem 16×16 cm Holzbalken werden, wie aus der Bauanleitung ersichtlich, im Abstand von 50 cm von den Enden, zwei Ausfräsungen mit einer Breite von 12 cm und einer Tiefe von 4 cm eingefräßt.
  3. Nun schneidet man die beiden 6x15x150 cm Holzbalken zurecht. Unten werden diese mit einer Gehrungssäge in einem 45° Winkel zugesägt.
  4. Als Nächstes montiert man die beiden 6x15x150 cm Holzbalken, wie auf dem Bauplan erkennbar, in den ausgestemmten Aussparungen an dem 16×16 cm Holzbalken. Die beiden Holzbalken werden in der vorgesehenen Position provisorisch fixiert. Nun bohrt man im unteren Bereich des 16×16 cm Holzbalkens an beiden Enden ein Loch quer durch den Balken, so dass die 6×12 cm Holzbalken am Rand angebohrt werden.
  5. Jetzt werden die beiden Standfüße (4x12x130 cm) an dem 16×16 cm Balken befestigt. Dazu werden die Füße in den beiden Ausfräsungen am 16×16 cm Balken mittig fixiert und anschließend mit einem 30 mm Forstnerbohrer  jeweils 2 mal durchbohrt. Der 16×16 cm Holzbalken solle dabei mindestens 6 cm tief angebohrt werden.
  6. Die Standfüße müssen oben noch mit einem 30 mm Forstnerboher durchbohrt werden. An dieser Bohrung wird später die Hängematte befestigt.
  7. Zum Schluß werden die Bauteile des Hängemattengestells mit 30 mm Holzbolzen zusammen gebaut. Die Holzbolzen müssen mit wasserfestem Holzleim eingeleimt werden. Falls das Hängemattengestell im Freien verwendet werden soll, so ist es ratsam dieses mit einer Holzschutzfarbe zu streichen. Anschließend kann man die Hängmatte in dem Hängemattengestell  mit einer Schnur befestigen.