Anleitung: Einen Wintergarten selber bauen

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Durch einen Wintergartenanbau kann sowohl die Wohnfläche des Gebäudes vergrößeren, als auch die Fassade des Gebäudes optisch aufwerten. Wer einen Wintergarten selber bauen will, der sollte einige Punkte  beachten, damit das Vorhaben nicht zu Desaster  wird.



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Inhaltsübersicht:

  • Wintergarten Planung
  • Wintergarten Baugenehmigung
  • Ein Fundament für den Wintergarten bauen
  • Den Wintergarten selber bauen – Bauausführung und Montage
  • Fazit

Die Planung des Wintergartens

Wie bei jedem Bauvorhaben steht vor dem Bau zuerst eine gewissenhafte Planung. Der Wintergarten sollte so groß geplant werden, dass man in diesem problemlos einen Esstisch und Stühle aufstellen kann. D.h. der Anbau sollte eine Größe von ca. 14 m² besitzen. Eine Tiefe von ca. 2,5 m ist empfehlenswert, damit man die Fläche optimal nutzen kann.  Des weiteren ist es sinnvoll, sich Gedanken über die Ausrichtung des Wintergartens zu machen. Ein nach Süden ausgerichteter Wintergarten nützt die Energie des Sonnenlichtes in der kalten Jahreszeit optimal aus. Allerdings ist die Planung einer ausreichenden Beschattung und Belüftung für die Sommermonate unerlässlich, damit es nicht zu einem Überhitzen des Raumes kommt. Wird der Wintergartenanbau nach Norden hin ausgerichtet, so dient dieser als Wärmepuffer in der kalten Jahreszeit. Allerdings ist eine Ausnützung der Sonneneinstrahlung kaum möglich, so dass man im Winter in jedem Fall eine Heizung benötigt, wenn man den Wintergarten  nutzen will. Dafür kann man auf eine Beschattung im Sommer verzichten.

Eine Ausrichtung nach Westen ermöglicht es, die Wärme des Tages bis zum Abend zu speichern, so dass man den Wintergarten auch bei kühlen Temperaturen am  Abend nuten kann. Auch über die Wintergartenprofile sollte man sich Gedanken machen. Holzprofile müssen stärker dimensioniert werden als Kunststoff oder Aluprofile. Daher sind keine allzu filigranen Konstruktionen möglich. Zudem benötigt eine Holzkonstruktion einen regelmäßigen Schutzanstrich. Alternativ kann man auch Wintergarten-Profile aus Alu verwenden. Diese Profile können auf Grund ihrer Stabilität auch für filigrane Konstruktionen verwendet werden. Aluprofile werden im Fachhandel in zahlreichen Farben angeboten, sind allerdings teurer als Holzprofile. Günstiger sind Kunststoffprofile, die auch für filigrane Konstruktionen verwendet werden können. Allerdings sind diese fast ausschließlich in weißer Farbe erhältlich, da die meisten gefärbten Kunststoffe auf dauer nicht vollkommen UV-beständig sind.

Die Verglasung des Wintergartens ist auch ein wichtiger Punkt, der bei der Planung nicht vergessen werden darf. Die Glasflächen müssen entsprechend der Energiesparverordnung mit wärmedämmender Isolierverglasung verglast werden. Es ist ratsam die Dachflächen mit Sicherheitsglas zu verglasen, da diese einer höheren Belastung durch Hagel und Schnee ausgesetzt sind.



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Baugenehmigung für den Wintergarten Selbstbau

In Deutschland benötigt man in den meisten Bundesländern zum Bau eines Wintergartens eine Baugenehmigung. Daher ist es empfehlenswert, sich bei der zuständigen Baubehörde über die jeweiligen Vorschriften zu informieren. Bei der Baubehörde kann man auch den Bebauungsplan einsehen. Der Bebauungsplan gibt Auskunft darüber, ob das Grundstück in einem Wohngebiet, einem Mischgebiet oder einem Gewerbegebiet liegt. Des weiteren ergibt sich aus dem Bebauungsplan die mögliche Überbauung des Grundstücks. D.h. in dem Plan ist geregelt wie weit, das Grundstück bebaut werden darf. Im ungünstigsten Fall ist das betreffende Grundstück schon soweit überbaut, dass der Bau eines Wintergartens nicht mehr genehmigt werden kann. Mehr zum Thema Baugenehmigung im Artikel “ Wintergarten Baugenehmigung”.

Ein Fundament für den Wintergarten bauen

Für einen Wintergartenanbau benötigt man ein tragfähiges Fundament mit einer Bodenplatte. Das Streifenfundament muss frostsicher gegründet sein. Dazu hebt man in dem Bereich, in dem der Wintergarten später aufgestellt werden soll, ringsum Gräben bis auf eine frostsichere Tiefe aus.  Die Gräben werden dann bis ca. zu einem Drittel mit einem Sand/Kiesgemisch aufgefüllt, wobei dieses schichtweise mit einer Rüttelplatte verdichtet wird.

Anschließend werden die Fundamentgräben mit Beton aufgefüllt, der mit Baustahl armiert wird. Nach dem Trocknen des Betons wird rings um das Fundament eine Schalung errichtet. In der Schalung werden Baustahlmatten ausgelegt. Dann kann die Schalung mit Beton aufgefüllt werden. Bevor man mit dem eigentlichen Bau des Wintergartens beginnt, muss der Beton vollkommen trocken sein. D.h. eine Wartezeit von einigen Wochen ist erforderlich. Bei großer Hitze sollte man den Beton von Zeit zu Zeit mit Wasser anfeuchten, um Risse zu vermeiden.

Bauausführung: Einen Wintergarten selber bauen – Folgende Punkte sollte man dabei beachten

  • Nach dem Trocknen der Bodenplatte kann man mit dem eigentlichen Bau des Wintergartens  beginnen. Es ist sehr ratsam, einen vorgefertigten Bausatz zu verwenden, da eine Eigenkonstruktion sehr viel Erfahrung voraussetzt. Zudem benötigt man zum Bearbeiten der unterschiedlichen Materialien spezielle Werkzeuge, die wahrscheinlich nicht in jeder Heimwerker – Werkstatt zu finden sind.
  • Im Internet bieten viele Hersteller von Wintergärten einen Konfigurator an, mit dem man seinen Wintergarten individuell planen kann. Der Wintergarten wird dann als Bausatz komplett mit Bauplan geliefert.
  • Wichtig ist, dass man sich bei der Montage der Bauteile genau an die mitgelieferte Bauanleitung hält. Insbesondere die Wand und Bodenanschlüsse müssen sehr sorgfältig ausgeführt werden, da es ansonsten zu undichten Stellen kommen kann. Zur Montage der Bauteile sind in der Regel keine speziellen Werkzeuge notwendig. Die Bauteile sind normalerweise passgenau vorgefertigt, so dass ein Zuschneiden nicht erforderlich ist.
  • Des weiteren ist beim Anbringen der Verglasung äußerste Sorgfalt notwendig. In keinem Fall dürfen die Dichtungsprofile beschädigt werden.
  • Natürlich darf man beim Bau die erforderlichen Nebenarbeiten nicht vergessen. So müssen elektrische Leitungen oder eine Fußbodenheizung verlegt werden. In jedem Fall benötigt der Boden einen Estrich mit einer ausreichend stark dimensionierten Wärmeisolierung.
  • Nach dem Trocknen des Estrichs kann der Bodenbelag verlegt werden. Am häufigsten werden Fliesen im Wintergarten verlegt. Diese lassen sich leicht reinigen und reagieren relativ unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen.
  • Natürlich darf man die Beschattung des Wintergartens nicht vergessen. Diese kann von Innen oder von Außen erfolgen. Allerdings ist eine Beschattung von Außen mit Rollos oder einem Sonnensegel besser als eine Innenbeschattung. Bei einer Beschattung von innen kann es im Sommer im Wintergarten trotzdem zu einem Hitzestau kommen, bei einer Außenbeschattung hingegen bleibt die Hitze draußen.



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Fazit: Einen Wintergarten kann man durchaus selber bauen. Allerdings ist es für nicht so erfahrene Heimwerker besser, auf einen Bausatz zurückzugreifen. Bei einem Bausatz sind alle Bauteile des Wintergartens weitgehend vorgefertigt, so dass man sich nur auf die Montage konzentrieren braucht. Bevor man allerdings mit dem Bau beginnt, sollte man den Wintergarten gewissenhaft planen und vor allem Nebenarbeiten wie das Erstellen des Fundamentes, die Elektrik, die Heizung, die Belüftung und die Beschattung in der Kalkulation der Kosten berücksichtigen. In jedem Fall sollte man sich bei der zuständigen Baubehörde bezüglich einer Baugenehmigung für den Wintergarten erkundigen.

Alle Angaben ohne Gewähr!