Anleitung: Federstahl biegen

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Federstahl biegen

Im Vergleich zu Kupfer, Aluminium oder Stahl ist das Federstahl Biegen wesentlich schwieriger. Dieses Material hat die Eigenschaft, nach einer Verformung bis zu einem gewissen Grad, wieder in die ursprüngliche Form zurückzukehren. D.h. beim Biegen muss man den Federstahl mit sehr viel Kraft verformen, damit dieser die gewünschte Form erhält. Das Verformen von Federstahl erfordert sehr viel Erfahrung und ist zudem nicht ganz ungefährlich. Wenn das Material zu stark gebogen wird, so bricht dieses und fliegt auf Grund der Federkraft mit hoher Geschwindigkeit davon.

 



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Federstahl durch Erwärmen biegen

Im Prinzip ist es zwar möglich Federstahl mit Hilfe von Hitze zu biegen. Allerdings erfordert diese Biegemethode sehr viel Erfahrung. Zudem muss man genau über die physikalischen Eigenschaften der Metalllegierung bescheid wissen. Nicht jeder Federstahl reagiert auf Hitze gleich. Wenn die Erwärmung zu stark ist, so verliert der Federstahl seine Federwirkung und neigt zum Brechen. Ohne genaue Kenntnisse der Verwendeten Legierung ist das Biegen von Federstahl kaum möglich. Zudem muss beim Erwärmen eine ständige Temperaturmessung gewährleistet sein, damit die vorgegebene Temperatur beim Biegen nicht überschritten wird. Nach dem Erwärmen muss der Federstahl in vielen Fällen nochmals gehärtet werden, damit dieser seine Federkraft wieder zurück erlangt.  Daher ist es besser den Federstahl kalt zu biegen.

Schritt für Schritt Anleitung: Federstahl biegen

Zum Verformen von Federstahldraht benötigt man einen Schraubstock, eine spezielle Biege-Zange, die es ermöglicht Radien zu biegen. Im Fachhandel werden zum Federstahl Biegen spezielle Rundzangen angeboten, mit denen sich recht einfach Radien formen lassen. Die Zange muss auf die Stärke des Drahtes abgestimmt sein, da der Kraftaufwand beim Biegen erheblich ist. Des weiteren sollte man beim Verformen von Federstahldraht eine Schutzbrille tragen, da nicht ausgeschlossen werden kann, das der Draht bricht und mit hoher Geschwindigkeit davon fliegt. Folgende Werkzeuge und Hilfsmittel werden zum Federstahl Biegen benötigt:

  • Biegezange
  • Schraubstock
  • Schutzbrille
  • Federstahldraht

 



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  1. Der Biegebereich der Zange sollte abgerundet sein, damit der Federstahl beim Verformen nicht knickt. Zum Biegen feiner Drähte eignen sich beispielsweise  Schmuck- oder Uhrmacherzangen. Beim Einspannen des Federstahldrahtes in einen Schraubstock sollte man vorsichtig vorgehen, damit der Draht nicht gequetscht wird. In keinem Fall ist es ratsam, gehärtete Spannbacken zu verwenden, da diese den Draht beim Spannen beschädigen.
  2. Wichtig beim Biegen des Federstahls ist, dass man den minimalen Biegeradius nicht unterschreitet. Das Verformen des Drahtes sollte man sehr langsam und vorsichtig machen, da der Stahl leicht bricht. Beim Biegen ist darauf zu achten, dass der Federstahl nicht zu stark abgewinkelt wird.
  3. Bei starken Drähten ist ein Verformen mit einer Biegezage kaum möglich. In so einem Fall kann man den Federstahl durch Erwärmen biegen. Dazu benötigt man allerdings die genauen Daten bzw. physikalischen Eigenschaften der Stahllegierung.

Tipps und Hinweise:

Federstahl gehört zu den Metallen, die sich relativ schwer biegen lassen. Zum Einen ist dieses Material recht zäh und zum Anderen neigt es zum Brechen. Wenn man dieses Material von Hand verformt, so wird das Ergebnis niemals so perfekt sein, wie dies mit einer professionellen Biegemaschine der Fall  ist. Wenn präzise Werkstücke aus Federstahldraht hergestellt werden sollen, so ist es daher empfehlenswert,  diese in einem Fachbetrieb biegen zu lassen. Insbesondere Werkstücke aus dickem Federstahl kann man auf Grund des zum Verformen benötigten Kraftaufwandes nur sehr schwer selber biegen, so dass diese Arbeit von einem Fachbetrieb in jedem Fall professioneller ausgeführt werden kann.



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