Anleitung: Kleber selber machen

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Klebstoff lässt sich aus den unterschiedlichsten Substanzen selber herstellen. Im Folgenden werden einige Anleitungen gegeben, wie man Kleber selber machen kann. Je nach Verwendungszweck benötigt man einen dafür geeigneten Klebstoff. Klebstoff wurde schon vor einigen Tausend Jahren von unseren Vorfahren eingesetzt, um Werkstoffe miteinander zu verbinden. Damals wurden natürliche Substanzen zum Herstellen von Kleber verwendet. Heute werden die meisten Klebstoffe chemisch hergestellt. Die folgenden Anleitungen beschreiben die Herstellung von Kleber aus Substanzen die leicht zu beschaffen bzw. zum Teil in den meisten Haushalten zu finden sind.



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Kleber aus Mehl selber machen

Klebstoff aus Mehl bietet sich dann an, wenn man einen ungiftigen Kleber zum kleben von Papier oder Pappe benötigt. Die Klebekraft dieses Klebers beruht auf dem im Mehl enthaltenen Gluten. Die Herstellung geht sehr einfach, so dass man diesen Klebstoff auch auf die Schnelle machen kann, wenn    z.B.  bei einem Kindergeburtstag zum Basteln viel Kleber benötigt wird und man keinen oder zu wenig im Haus hat.

Zur Kleber Herstellung benötigt man:

100 ml Mehl

150 ml kaltes Wasser

500 ml kochendes Wasser

Zuerst rührt man mit einem Schneebesen 100 ml Mehl in 150 ml kaltes Wasser ein. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Klümpchen entstehen. Die Masse lässt man dann einige Minuten stehen. Dann wird das Ganze mit einem Stabmixer gut durchgerührt. Die Masse gibt man nun in ca. 500 ml kochendes Wasser und rührt diese gut durch. Es entsteht ein leicht durchsichtiger Mehlbrei, den man noch einige Minuten nach dem Kochen durchrühren muss. Nach dem Abkühlen kann der Mehl – Kleber verwendet werden. Falls durch das Kochen zuviel Wasser verdunstet ist kann man den Kleber durch Zugabe von Wasser einfach verdünnen. Die Klebekraft lässt sich auch etwas verstärken, wenn man während dem Kochen ca. 2 Esslöffel Zucker einrührt.



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Harz – Kleber selber machen

Kleber aus Baumharz gehört wahrscheinlich zu den ältesten Klebstoffen. Unsere Vorfahren haben Harz einschmolzen und dann mit der noch heißen Masse ihre Pfeilspitzen an den Schäften befestigt. Sobald der Harzkleber erkaltet ist, härtet dieser aus und ist zudem extrem fest. Es ist allerdings nicht ratsam Baumharz zu erhitzen um Kleber herzustellen. Zum Einen entsteht dabei ein sehr unangenehmer Geruch und zum Anderen kann das Harz bei zu hoher Temperatur Feuer fangen. Dieses Feuer lässt sich sehr schwer löschen! Um Kleber aus Harz herzustellen ist es daher besser, dieses zu zerkleinern und dann in Spiritus oder Aceton aufzulösen. Damit der so hergestellte Kleber frei von kleinen Rindenstücken ist, sollte man diesen durch ein Sieb durchlassen. Sollte der Kleber zu dünnflüssig sein, so braucht man diesen nur einige Zeit im Freien stehen lassen. Der Spiritus bzw. das Aceton verdunstet dann und der Kleber wird zähflüssiger. Der Harzkleber ist ein Alleskleber, der sich zum Kleben von Holz, Stein Papier, Pappe und Leder eignet. Wenn man das Harz in Aceton auflöst, so erhält man einen hervorragenden Kunststoffkleber. Der Kunststoff wird durch das Aceton angelöst und geht dann mit dem Harz eine hoch feste Verbindung ein. Zudem ist Harzkleber absolut wasserbeständig.

Klebstoff aus Knochen herstellen (Knochenleim)

Knochenleim wird hauptsächlich zum Verleimen von Holz verwendet. Früher stellten viele Tischler diesen Kleber selber her. Im Prinzip ist die Herstellung von Kleber aus Knochen recht einfach. Man benötigt dazu entfettete Knochen, die zu kleinen Stücken zermalen werden. Dann werden die Knochenstücke in Wasser gekocht. Die Brühe wird dann durch ein Sieb passiert und anschließend noch mit Hilfe eines Kaffeefilters gefiltert. Man kann den Knochenleim durch weiteres Kochen konzentrieren. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass die Masse nicht anbrennt. Knochenleim wird hauptsächlich zum Verleimen von Holz verwendet. Allerdings hat dieser Klebstoff den Nachteil, dass die Verbindung nicht wasserfest  ist. An industriell hergestellten Holzleim kann der selbst gemachte Knochenleim qualitativ nicht mithalten, da das vollständige entfetten der Knochenstücke meistens Probleme bereitet.

Kleber aus Gelatine selber machen

Auch herkömmliche Gelatine eignet sich zur Herstellung von Klebstoff. Der Gelatine – Kleber kann zum Kleben von Porzellan oder Glas verwendet werden. Allerdings ist die Verklebung nicht wasserfest, so dass man die geklebten Teile nicht in die Spülmaschine gegen darf. Zur Herstellung rührt man die Gelatine nach der Vorgabe des Herstellers an und gibt anschließend etwas Essig dazu. Dann wird die Masse gut verrührt. Der so entstandene Klebstoff ist vollkommen durchsichtig und bildet eine hoch feste Verklebung.



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Klebstoff aus Kartoffeln herstellen

Die in Kartoffeln enthaltene Stärke eignet sich hervorragend zur Herstellung von Kleber. Zur Herstellung reibt man 4 geschälte Kartoffeln und gibt den Brei in eine Schüssel. Anschließend gibt man 12 Esslöffel Wasser hinzu und verrührt das Ganze. Nach ca. 5 Minuten drückt man mit einem Esslöffel auf die Kartoffelmasse. Die in der Kartoffel enthaltene Stärke tritt nun aus und sammelt sich in dem Löffel. Zu 10 Esslöffeln Stärke gibt man 10 Esslöffel Wasser hinzu und erhitzt die Flüssigkeit in einem Topf. Die Flüssigkeit darf dabei nicht aufkochen!. Fertig ist der Kartoffel – Kleber. Dieser Kleber eignet sich zum Kleben von Papier und Pappe.