Anleitung: Zementestrich verlegen

Zurück zu Bodenbeläge: Teil 4


Der wohl immer noch am häufigsten verlegte Estrich ist Zementestrich. Der Grund dafür dürfte darin liegen, dass sich diese Estrichart sowohl für den Innen als auch für den Außenbereich eignet und zudem noch einige sehr vorteilhafte Eigenschaften besitzt. So ist Zementestrich unempfindlich gegenüber Kälte, Hitze und Feuchtigkeit, besitzt eine hohe Festigkeit und unterliegt einem sehr geringem Verschleiß. Zudem ist der Zementestrich  Preis im Vergleich zu anderen Estricharten relativ günstig.  Allerdings hat Zementestrich auch Nachteile.



Anzeige

So liegt die Trockenzeit bei Zementestrich nach dem Verlegen bei durchschnittlich 6-8 Wochen. Solange muss man warten, bis der Estrich voll belastet werden kann und man auf diesem einen Bodenbelag verlegen kann. Zudem neigt Zementestrich zur Rissbildung, wenn die Trocknung zu schnell voranschreitet und der Estrich zu viel Feuchtigkeit verliert. Des weiteren ist das Zementestrich verlegen wesentlich schwieriger als das Verlegen eines Trockenestrichs oder Fließestrichs. Daher sollten nur sehr versierte Heimwerker einen Zementestrich verlegen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass dieser uneben wird oder Risse bekommt. Beim Verlegen von Estrich unterscheidet man vier verschiedene Arten:

Zementestrich verlegen

  • Am einfachsten und schnellsten lässt sich ein Zementestrich als Verbundestrich verlegen. Dieser wird direkt ohne Trennschicht auf den Rohbeton aufgebracht. Ein Verbundestrich wird häufig auf Terrassen, in Garagen oder in Kellerräumen verlegt, die nicht für Wohnzwecke dienen. Die Schichtstärke bei einem Verbundestrich beträgt in der Regel zwischen 25-65 mm. Wichtig ist bei dieser Estrichart, dass der Untergrund möglichst eben, sauber und staubfrei ist, damit sich der Zementestrich mit dem Rohbeton verbinden kann.
  • Auch dass Verlegen des Zementestrichs auf einer Trennschicht ist relativ einfach. Dabei wird auf dem Untergrund eine Schicht aus Bitumenpapier oder ein spezielles Vlies zweilagig ausgelegt, so dass der Estrich vom Untergrund getrennt wird und sich je nach Temperatur ausdehnen oder zusammenziehen kann. Diese Estrichart wird vorwiegend in Heiz- und Trockenräumen verlegt.
  • Der sogenannte schwimmende Estrich wird in der Regel in Wohnräumen aufgebracht. Dieser Estrich besitzt auf Grund des 3 lagigen Aufbaus eine sehr gute Trittschall und Wärmedämmung. Zuerst wird eine Dämmschicht auf dem Untergrund aufgebracht, auf der eine Abdeckschicht ausgelegt wird. Zum Schluss wird eine Schicht aus Zementestrich ca. 35-40 mm stark auf der Abdeckschicht verlegt. Damit der schwimmende Estrich auch von den Wänden entkoppelt ist, wird an den Seiten ein spezieller Dämmstreifen an den Wänden angebracht.
  • Eine weitere Estrichart ist der Heizestrich. Im Prinzip handelt es sich bei einem Heizestrich um einen schwimmenden Estrich, bei dem auf der Dämmschicht Heizschleifen für die Fußbodenheizung verlegt werden. Nach dem Auslegen der Heizschleifen kann man den Zementestrich aufbringen.



Anzeige

Beim Zementestrich Verlegen geht man folgendermaßen vor:

  • Zuerst ermittelt man die erforderliche Menge an Estrichbeton. Dazu rechnet man die Quadratmeterzahl des Raumes genau aus. Für eine 1 cm starke Zementestrich – Schicht benötigt man ca. 20 Kg Fertigestrich (Sackware). D.h. bei einer Estrichstärke von 4 cm werden ca. 80 kg Fertigestrich benötigt.
  • Wenn eine schwimmender Zementestrich verlegt werden soll, so muss man zuerst die erforderlichen Schichten auslegen. Bei einer Verlegung in Kellerräumen muss unbedingt eine spezielle Dampfsperre verlegt werden. Im Fachhandel werden dafür selbst verschweißende Bitumenbahnen angeboten. Diese Dampfsperre wird an den Wänden bis zur Höhe des fertigen Estrichs hochgezogen.
  • Damit sich der schwimmende Estrich ausdehnen kann müssen an den Wänden spezielle Estrichdämmstreifen angebracht werden.
  • Dann werden die Dämmmatten ausgelegt, auf denen die Trennschicht verlegt wird.
  • Als nächstes muss der Zementestrich absolut eben verlegt werden. Dazu ist es ratsam, Latten in Raumlänge mit Hilfe einer Wasserwaage so auszulegen, dass diese waagrecht liegen. Die Latten sollten dabei die Höhe des fertigen Estrichs haben. Über die Latten kann man den Zementestrich mit einer Setzlatte abziehen, so dass dessen Oberfläche absolut eben und waagrecht ist.



Anzeige

  • Der Zementestrich wird so angerührt, dass dieser erdfeucht ist und nicht weg fließen kann. Der Estrich wird dann zwischen den Latten aufgebracht und mit der Setzlatte abgezogen. Dann werden die Latten entfernt und die vakanten Stellen werden mit Zementestrich aufgefüllt. Mit einer Estrichglättmaschine wird die Oberfläche des Estrichs geglättet und gleichzeitig verdichtet. Eventuelle Unebenheiten im Zementestrich können dann noch mit einem Reibebrett beseitigt werden. Die Temperatur beim Zementestrich verlegen darf in keinem Fall unter 5° Celsius liegen. Wenn die Fläche auf der der Zementestrich verlegt werden soll über 40 m² groß ist, müssen Dehnfugen eingebracht werden. Ebenso muss man an den Türen zwischen den Räumen Dehnfugen  anbringen, damit es an diesen Stellen nicht zu Rissen kommt.