Aufbau: Estrich für Fußbodenheizung

Zurück zu Bodenbeläge: Teil 4


Eine Fußbodenheizung kann mit einer wesentlich niedrigeren Vorlauftemperatur betrieben werden, als eine Heizung mit Heizkörpern. Damit die Fußbodenheizung die Wärme optimal an den Bodenbelag abgeben kann, ist ein spezieller Estrich notwendig. Einen Estrich für eine Fußbodenheizung bezeichnet man auch als Heizestrich. Ein Heizestrich besteht in der Regel aus vier Schichten.



Anzeige

Wenn unter der Zimmerdecke ein unbeheizter Raum liegt, muss zusätzlich noch eine Dampfsperre eingebaut werden, damit die Dämmschicht nicht durch Kondenswasser durchfeuchtet wird. Auf der Dampfsperre wird die Wärmedämmschicht verlegt. Auf der Wärmedämmschicht wird dann eine Trittschalldämmung ausgelegt. Auf diese wird dann noch eine PAE-Folie verlegt. Dann werden die Heizungsschleifen auf Noppenmatten oder Trägerrosten ausgelegt und direkt mit Estrich übergossen.

Estrich für Fussbodenheizung: Heizestrich Aufbau

Estrich für Fussbodenheizung: Heizestrich Aufbau

Heizestrich: Estrich für Fußbodenheizung

Wichtig bei so einer Estrich Fußbodenheizung ist, dass die Rohrbögen elastisch gepolstert werden, da es ansonsten durch die Wärmeausdehnung der Heizrohre zu Rohrbrüchen und Rissen im Estrich kommen  kann. Ein Estrich für eine Fußbodenheizung hat in der Regel eine Stärke von 40-70 mm und muss die Heizungsrohre vollständig umschließen, damit die Heizungswärme an den Estrich optimal abgegeben werden kann. Des weiteren ist es notwendig, dass an den Wänden elastische Randdämmstreifen angebracht werden, die den Estrich von den Wänden entkoppeln, so dass sich dieser bei Temperaturänderungen ausdehnen und zusammenziehen kann.



Anzeige

Da der Heizestrich wesentlich größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, müssen diese Dämmstreifen stärker dimensioniert sein, als bei einem herkömmlichen schwimmenden Estrich. Bevor der Estrich für die Fußbodenheizung verlegt wird, muss der Heizungsbauer die Heizungsanlage mit Wasser füllen, abdrücken und so auf Dichtigkeit überprüfen. Nach dem Auftragen des Estrichs darf man die Fußbodenheizung nicht sofort in Betrieb nehmen, da ansonsten Risse im Estrich entstehen können. Bei einem Anhydritestrich beträgt die Mindestwartezeit ca. 7 Tage, während die Wartezweit bei einem Zementestrich mindestens 21 Tage beträgt. Nach dieser Wartezeit darf man die Fußbodenheizung anfangs nur mit sehr niedriger Vorlauftemperatur betreiben.

Als Estrich für eine Fußbodenheizung kann sowohl Zementestrich als auch Anhydritestrich verwendert werden. Zementestrich hat bei der Verwendung als Heizestrich den Nachteil, dass dieser sehr lange vortrocknen muss, bevor man die Fußbodenheizung in Betrieb nehmen kann. Zudem neigt Zementestrich bei thermischer Belastung zum Schüsseln. Die Verwendung von Anhyditestrich als Heizestrich ist hingegen relativ unproblematisch.



Anzeige

Anhydritestrich neigt nicht zum Schüsseln und ist zudem relativ unempfindlich gegen schnelles Austrocknen. Zudem kommt es bei diesen Estrich selten zu Rissen, so dass dieser gut für eine Fußbodenheizung geeignet ist. Allerdings ist Anhydritestrich für Feuchträume weniger geeignet, da dieser Feuchtigkeit sehr stark anzieht.