Bauschäden: Innenputz Risse

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Viele Schäden an Gebäuden sind oft nicht sofort erkennbar. Bauschäden wie Innenputz Risse sind allerdings auch für den Laien sofort erkennbar. Bevor man bei der Baufirma einen Bauschaden geltend macht, ist es ratsam vorher von einem Sachverständigen abklären zu lassen, ob es sich tatsächlich um einen Bauschaden bei den Rissen am Innenputz handelt und welche Ursachen für die Rissbildung in Frage kommt.



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Risse im Innenputz mit einer Breite von unter 0,2 mm gelten in der Regel nicht als Bauschaden bzw. als Mangel. Es gibt aber auch Ausnahmen, bei denen auch Risse mit einer Breite von unter 0,2 mm als Mangel geltend gemacht werden können. Wenn die Risse beispielsweise in großer Zahl auftreten oder eine hohe Oberflächengüte in der Ausschreibung festgelegt ist, so können auch diese Innenputz Risse als Bauschaden geltend gemacht werden. In jedem Fall ist es ratsam einen Bausachverständigen zu beauftragen, der die Risse begutachtet. Genauso vielfältig wie das Rissbild sein kann, sind auch die Ursachen für die Innenputz Risse.

Bauschäden Innenputz Risse: Ursachen

  • Eine sehr häufige Ursache von Innenputz Rissen ist die unsachgemäße Verarbeitung der verwendeten Materialien. Sogenannte Sackrisse entstehen bei zu dickem Mörtelauftrag oder bei schlechter Haftung des Putzes auf dem  Untergrund. Auch eine zu weiche Konsistenz des Putzmörtels kann zu Sackrissen führen. Sackrisse treten meistens schon kurz nach dem Auftragen des Putzmörtels auf. Diese Risse sind bis zu 25 cm lang und können eine Breite von ca. 3 mm haben. Der Verlauf dieser Risse ist meist horizontal und durchhängend. Sackrisse zählen zu den putzbedingten Rissen und sind relativ leicht zu sanieren.



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  • Neben den Sackrissen gehören auch Schrumpfrisse zu den putzbedingten Rissen. Diese Risse treten beim Innenputz meist Netzförmig auf, wenn beim Glätten das Bindemittel an die Oberfläche gezogen wird, so dass bei der Putzoberfläche ein stärkeres Schwinden einsetzt als bei den tiefer liegenden Putzschichten. Schrumpf- bzw. Netzrisse können noch mehrere Monate nach dem Putzauftrag auftreten. Wenn die Rissweite unter 0,2 mm liegt, und keine Hohllager auftreten, so stellen diese Risse im Innenputz keinen Baumangel dar. Vorausgesetzt die Haftung des Putzes auf dem Untergrund ist gewährleistet, so können diese Innenputz Risse durch eine Beschichtung der Oberfläche beseitigt werden.



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  • Des weiteren können am Innenputz auch konstruktionsbedingte Risse auftreten. Konstruktionsbedingte Risse treten sehr häufig beim Übergang von zwei verschiedenen Baustoffen auf. Diese Art von Rissen können nach Monaten oder auch noch nach Jahren im Putz auftreten. Auch bei schwingenden Decken oder bei Decken, die sich durchbiegen können diese Risse  entstehen. Bevor man konstruktionsbedingte Risse saniert, muss abgeklärt werden, ob die Rissbewegungen abgeschlossen sind. Sind die Rissbewegungen nicht abgeschlossen so müssen die Risse mit einer elastischen Füllung saniert werden. Diese Baumängel können auch durch eine Vliestapete oder durch eine Trockenbauwand bzw. Trockenbaudecke kaschiert werden, wenn sehr viele Risse vorhanden sind.