Dämmtapete rauhfaserkaschiert: Vorteile und Nachteile

Zurück zu Heimwerker “Baumaterial Teil 2″ >>

Dämmtapete rauhfaserkaschiert

Wenn eine Außendämmung aus technischen oder aus Denkmalschutzaspekten nicht in Frage kommt, so kann man ein Gebäude auch von innen dämmen. In der Werbung hört man immer wieder, dass man eine Innendämmung mit einer Dämmtapete durchführen kann. Einige Hersteller versprechen eine Verbesserung der Dämmwirkung von über 20%. Im Folgenden wird der Aufbau, die Dämmwirkung und die Vorteile und Nachteile von Dämmtapeten erläutert.



Anzeige

Dämmtapeten Aufbau, Einsatz und Dämmwirkung

Ihre Dämmwirkung verdanken Dämmtapeten expandiertem Polystyrol (EPS). EPS wird auch bei der Außendämmung in Form von Dämmplatten als Wärmedämmverbundsystem (WDVS) eingesetzt. Der Unterschied einer Dämmtapete zu einem WDVS ist in erster Linie die Stärke des Dämmmaterials. Bei einem WDVS sind die Dämmplatten mehrere Zentimeter dick, während eine Dämmtapete nur einige Millimeter stark ist. Es dürfte daher klar sein, dass man mit einer Dämmtapete niemals die Dämmwirkung eines WDVS erreichen kann. Dennoch kann eine Dämmtapete als zusätzliche Wärmedämmung durchaus sinnvoll sein.

Im Fachhandel werden Dämmtapeten rauhfaserkaschiert, alukaschiert oder auch pappkaschiert angeboten. Einen rauhfaserkaschierte Dämmtapte eignet sich zum Einsatz im Sichtbereich, wenn der Raum mit einer Rauhfasertapete tapeziert ist. Eine pappkaschierte Dämmtapete ist auch für den Sichtbereich geeignet, wenn der Raum beispielsweise mit Farbe gestrichen oder tapeziert werden soll. Alukaschierte Dämmtapeten sind zum Einsatz im Sichtbereich eher weniger geeignet. Diese Dämmtapeten werden meistens hinter Heizkörpern eingesetzt. Die Aluschicht reflektiert die Wärme der Heizkörper, so dass diese nicht an die Außenwand gelangt und in den Raum hinein reflektiert wird.



Anzeige

Vorteile und Nachteile einer Dämmtapete

Gleich ob die Dämmtapte rauhfaserkaschiert, alukaschiert oder pappkaschiert ist, die Vorteile und Nachteile sind ziemlich die Selben.

  1. Ein großer Vorteil von Dämmtapeten ist die relativ einfache Montage. Die Tapete wird mit einem speziellen Klebstoff an die Wand geklebt. Im Prinzip kann man diese Arbeit selber machen.
  2. Ein weiterer Vorteil ist der günstige Preis von Dämmtapeten. Pro Quadratmeter liegen die Kosten bei ca. 3-7 Euro.
  3. Die Dämmwirkung von Dämmtapeten ist zwar nicht so gut, wie die von Wärmedämmplatten, trotzdem kann eine Wärmedämmtapete durchaus eine schon vorhandene Wärmedämmung ergänzen.
  4. Auf Grund der geringen Stärke der Wärmedämmtapeten geht durch die Dämmmaßnahmen so gut wie kein Wohnraum verloren.

Nachteile von Dämmtapeten

  1. Ein großer Nachteil von Dämmtapeten ist die relativ geringe Dämmwirkung im Vergleich zu Wärmedämmplatten. Als alleinige Dämmung kann eine Wärmedämmtapete daher nicht fungieren, sondern nur als ergänzende Dämmung zu einer schon vorhandenen  Wärmedämmung.
  2. Da die Dämmung von innen erfolgt, ist in den meisten Fällen eine Dampfsperre notwendig, um Schimmel vorzubeugen. Es gibt zwar Dämmtapeten, bei denen eine Dampfsperre integriert ist, doch bei fehlerhafter Montage kann es trotzdem zur Bildung von Schimmel kommen.



Anzeige

Fazit: Gleich ob eine Dämmtapete rauhfaserkaschiert, pappkaschiert oder alukaschiert ist, die Dämmwirkung ist ähnlich. Man sollte von einer Wärmedämmtapete nicht zuviel erwarten. Als zusätzliche Wärmedämmung ist diese allerdings in vielen Fällen durchaus sinnvoll. Die technische Entwicklung bringt immer neue Dämmstoffe hervor, die sich auch zur Verwendung als Dämmtapete eignen. So gibt es seit neuesten einen EPS-Dämmstoff, dem Graphit zugefügt ist. Das im Dämmstoff enthaltene Graphit reflektiert die Wärme, so dass sich die Dämmleistung erhöht. Dieser EPS-Dämmstoff wird auch in Form von Dämmtapeten angeboten, die eine bessere Dämmwirkung besitzen als herkömmliche Wärmedämmtapeten.