Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung

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Seit Inkrafttreten der EnEV im Jahr 2002 müssen alle Neubauten den nach dem Niedrigenergiehaus – Standard gebaut werden. Dieser Standard setzt spezielle Anforderungen an die Lüftung des Gebäudes, da die Gebäudehülle äußerst dicht und sehr gut Wärmeisoliert ist. Eine kontinuierliche Lüftung, wie es bei einem Altbau zwangsläufig durch undichte Fenster und andere Gebäudebauteile der Fall ist, findet bei einem Niedrigenergiehaus aus den oben besagten Gründen nicht statt.



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Da man aus energiespargründen nicht durch die Fenster lüften sollte, stellt sich die Frage, welche Lüftungsanlage die geeignetste ist. Im Prinzip kommt entweder eine zentrale Lüftungsanlage oder eine dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung in Frage.

Dezentrale Lüftung bzw. Lüftungsanlage

Insbesondere der Wärmerückgewinnung sollte man besondere Augenmerk widmen. So ist z.B. der Wärmeverlust bzw. Energieverlust bei Lüftung durch die Fenster erheblich. Man kann davon ausgehen, dass ein Haushalt ca. 70-80% der gesamten eingesetzten Energie für die Raumheizung benötigt. Von diesem Anteil gehen bei falscher Raumlüftung oder ungeeigneten Lüftungsanlagen 40-50% verloren. Mit einer einer zentralen Lüftungsanlage oder einer dezentralen Lüftung mit Wärmerückgewinnung lassen sich von diesem Wärmeverlust ca. 70-90% zurückgewinnen. Die Funktionsweise einer zentralen bzw. einer dezentralen Lüftung ist im Prinzip relativ einfach: Die verbrauchte warme Raumluft wird mit Hilfe eines Gebläses abgesaugt, wobei zugleich frische Außenluft angesaugt wird.



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Über einen Wärmetauscher wird die Wärme der Abluft der frischen Zuluft zugeführt, so dass die frische Luft vorgewärmt ist. Die Raumluft wird stark abgekühlt nach außen geblasen. Die Vorteile beider Lüftungssysteme liegen klar auf der Hand:

  • Hohe Energie und damit Heizkosteneinsparung durch die Wärmerückgewinnung.
  • Die meisten zentralen sowie dezentralen Lüftungen besitzen ein Filtersystem, dass mit Pollen und Feinstaubfiltern ausgestattet werden kann, so dass diese Lüftungssysteme auch Allergikern zu gute kommen.
  • Durch den Luftwechsel wird auch der Schimmelpilzbildung im Haus entgegengewirkt.
  • Es findet keine Lärmbelästigung von außen statt, wie es beim Lüften durch das Fenster der Fall sein kann.

Der einzige Nachteil der zentralen wie der dezentralen Lüftung sind die relativ hohen Kosten der Anschaffung bzw. des Einbaues. Diese Kosten dürften sich aber nach einigen Jahren durch die Wärmerückgewinnung wieder amortisieren. Zentrale Lüftungsanlagen eignen sich vor allem bei Neubauten, da hier die erforderlichen Lüftungskanäle bzw. Lüftungsrohre schon bei der Planung vorgesehen werden können und der Einbau problemlos durchgeführt werden kann. Der Nachteil einer zentralen Lüftungsanlage ist, das diese bei Altbauten nur mit erheblichem Aufwand eingebaut werden kann.



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Bei Altbauten ist eine dezentrale Lüftung klar im Vorteil, da diese ohne große Umbauten installiert werden kann, da keine Lüftungsschächte und Lüftungsrohre benötigt werden. Allerdings benötigt man bei einer dezentralen Lüftungsanlage für jeden Raum ein Lüftungsgerät.