Kanalabdichtungen gegen wassergefährdende Flüssigkeiten und Chemikalien

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Um zu verhindern, dass wassergefährdende Flüssigkeiten in das Kanalsystem eindringen können, ist eine geeignete Kanalabdichtung erforderlich. Dazu werden meistens aufblasbare Gummiballone verwendet, die im aufgeblasenden Zustand das Kanalrohr ausfüllen, so dass eine wirkungsvolle Kanalabdichtung gewährleistet ist.



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Der Überdruck in der Kanalabdichtung beträgt in der Regel 0,1-0,2 bar. Die Befüllung erfolgt meistens mit Hilfe einer Druckluftflasche. Im Fachhandel werden diese Kanalabdichtungssysteme häufig komplett mit allen erforderlichen Armaturen und Sicherheitseinrichtungen, die ein Überfüllen verhindern, angeboten. Auf Grund der relativ einfachen Handhabung können diese Kanalabdichtungen von einer Person installiert werden.

Kanalabdichtungen bei Hochwasser

Bei heftigen Starkregenfällen kann es dazu kommen dass aus dem Kanalschacht Wasser herausgedrückt wird. Für derartige Fälle sind spezielle Wasserverschlusssysteme verfügbar, die unter die Schachtabdeckung eingebaut werden. Diese Kanalabdichtungssysteme bestehen in der Regel aus einer Metall oder Kunststoffplatte mit Dichtring, der bei einem Wasserrückstau gegen den Rand des Kanaldeckels gepresst wird, so dass der Kanalschacht sicher verschlossen wird. Mit einer derartigen Kanalabdichtung  lässt sich eine kurzzeitiger Überstau bis ca. 50 cm Höhe abdichten.

Kanalabdichtung bei unter der Rückstauebene liegenden Gebäudeteilen

Die Rückstauebene ist die Ebene bis zu der das Wasser im Kanalsystem aufsteigen kann. Im Normalfall liegt die Rückstauebene in Höhe der Bordsteinkante. Wenn Gebäudeteile unter der Rückstauebene liegen, so sollten diese durch eine geeignete Kanalabdichtung vor Überflutung bei Starkregen geschützt werden.



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Insbesondere wenn sich sanitäre Einrichtungen unter der Rückstauebene befinden, ist es ratsam eine Kanalabdichtung einzubauen, die verhindert, dass das Wasser bei einem Rückstau in das Gebäude gedrückt wird. Sogenannte Rückstauklappen bilden in so einem Fall eine sichere Abdichtung. Je nach Anwendungsfall werden dazu manuelle oder elektrisch betriebene Rückstauklappen angeboten. Elektrische Rückstauklappen verschließen die Abwasserleitung automatisch und öffnen diese wieder, wenn das Wasser abgeflossen ist. Wenn man das WC während eines Rückstaus benützen will, so muss eine Rückstauklappe mit Pumpe installiert werden.

Kanalabdichtung bei unter der Rückstauebene liegenden Gebäudeteilen

Mit dem Flutungsverfahren kann man Rohverbindungen bei erdverlegten, weit verzweigten Leitungen abdichten. Allerdings ist dieses Verfahren der Kanalabdichtung nicht bei Wurzeleinwuchs geeignet. Bei diesem Kanalabdichtungsverfahren werden zwei chemische Komponenten nacheinander in das Kanalsystem gefüllt. Das Kanalsystem wird dabei zuvor partiell mit einer Absperrblase abgedichtet, so dass die beiden Dichtungskomponenten nicht abfließen können. Die erste Komponente dringt dabei unter Druck in das Erdreich ein und dichtet die undichte Stelle ab.



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Die zweite Komponente härtet dann die erste Komponente aus. Danach werden die überschüssigen Komponenten abgepumpt und das Kanalsystem wird mit Wasser gereinigt. Die Kanalabdichtung im Flutungsverfahren kann nicht zur Herstellung der Rohrstatik eingesetzt werden.