Kratzputz auftragen und streichen

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Kratzputz auftragen

Kratzputz ist in Deutschland eine traditionelle Beschichtung für Außenwände. Dieser Rauputzart wird durch eine spezielle Behandlung der Putzoberfläche eine besonders markante Struktur verliehen. Bei einem Kratzputz handelt es sich um einen dickschichtigen Putz mit grober Korngröße. Nach dem druckfesten Abbinden wird die Oberfläche mit einem Sägeblatt oder einem Nagelbrett bearbeitet. Dabei wird die Sinterschicht abgekratzt, so dass die an der Oberfläche liegenden Körner entfernt werden.



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Kratzputz auftragen

Das Auftragen des Kratzputzes erfordert einige Erfahrung, da man den richtigen Zeitpunkt wählen muss, an dem man die Oberfläche bearbeiten kann. Zudem ist das Auftragen einer dicken Putzschicht wesentlich schwieriger als beispielsweise das Streichen eines Streichputzes.

  1. Im Fachhandel wird Kratzputz als mineralisches Gebinde angeboten, dass mit Wasser angerührt wird. Teilweise wird der Putzmischung Kalkspat beigemengt, was dem Putz nach dem Abkratzen besonders edel wirken lässt.
  2. Der Kratzputz wird entsprechend der Herstellerangabe mit Wasser angerührt. Zum Rühren sollte man ein elektrisches Rührgerät verwenden. Die Putzmischung wird solange gerührt, bis keine Klumpen mehr sichtbar sind und die Masse homogen ist. Dann läßt man den Putz einige Zeil lang ruhen um diesen dann nochmals mit dem Rührgerät zu mischen.
  3. Der Kratzputz kann mit einer Kelle aufgetragen werden. Bei größeren Flächen ist die Verwendung einer Putzmaschine empfehlenswert. Die Schichtstärke sollte ca. 1,5 cm  betragen. D.h. pro Quadratmeter benötigt man ca. 3,5-4,5 kg Putz. Der Putz wird eben und glatt aufgezogen.
  4. Nachdem der Kratzputz abgebunden hat, kann dieser mit einem Nagelbrett oder einem groben Sägeblatt abgekratzt werden. In der Regel hat der Putz nach ca. 1 Tag abgebunden, so dass dieser weiter bearbeitet werden kann. Die Kunst beim Kratzputz abkratzen ist, genau den richtigen Zeitpunkt zu finden, da der Putz nicht zu weich oder zu hart sein darf. Deshalb sollte man an einer unauffälligen Stelle zuerst prüfen, ob der Putz soweit abgebunden hat, dass man diesen abkratzen kann. Der Putz hat zum Abkratzen die optimale Konsistenz, wenn das aus der Oberfläche abgekratzte Korn nicht mehr man Nagelbrett oder dem Sägeblatt haftet.



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Den Kratzputz streichen und pflegen

In der Regel wird Kratzputz nicht gestrichen. Es stellt keinen Mangel dar, wenn sich später bei Berührung mit der Hand Körner aus dem Kratzputz herauslösen. Das Absanden des Putzes trägt zur Selbstreinigung bei. Im Laufe der Zeit kann es allerdings dazu kommen, dass durch zu starkes Absanden kahle Stellen entstehen. Wenn man eine teure Sanierung mit neuem Kratzputz vermeiden will, so kann man diesen auch streichen. Folgende Punkte sollte man beim Kratzputz streichen beachten:

  1. Da Kratzputz als mineralischer Putz diffusionsoffen ist, sollte man auch eine diffusionsoffene Farbe verwenden, um den Putz zu streichen. Zum Streichen hat sich Silikatfarbe oder Silikonharzfarbe bewährt, da diese Farben ebenfalls atmungsaktiv sind. Von Vorteil ist es, wenn der Farbe fungizide Wirkstoffe beigemengt sind, um der Schimmelpilzbildung vorzubeugen.
  2. Eine Dispersionsfarbe sollte man nur zum Streichen des Putzes verwenden, wenn man sich ganz sicher ist, dass das Gebäude nicht unter dem fehlenden Feuchtigkeitsaustausch Schaden nimmt.

Hinweis: Durch das Auskratzen vergrößert sich die Oberfläche, so dass Kratzputz dazu neigt, Schmutz aufzunehmen. Deshalb sollte man Kratzputz im Bereich von viel befahrenen Straßen oder Industrieanlagen nicht verwenden.



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