Tipps: MDF biegen

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Tipps: MDF biegen

Obwohl MDF Platten sehr formstabil sind, läßt sich dieses Material durchaus biegen. Zum Biegen von MDF stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Das Biegeverfahren hängt von der der Stärke der MDF-Platte und vor allem vom Biegeradius ab. Die einzelnen Biege-Verfahren werden mit ihren Vorteilen und Nachteilen im Folgenden genau beschrieben.



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Verfahren zum MDF-Biegen: Vorteile und Nachteile

  1. Am einfachsten lassen sich MDF Platten mit Hilfe von Wasser biegen. Dazu wird Wasser in einen Zerstäuber gefüllt. Dann wird die Faserplatte auf einen geeigneten runden Gegenstand gelegt und anschließend nach und nach mit Wasser bestäubt. Nun übt man etwas Druck auf die MDF-Platte aus, so dass sich diese in die gewünschte Form biegt. Die Faserplatte muss solange fixiert werden, bis diese vollkommen getrocknet ist. Das Fixieren der MDF-Platte kann man durch Beschweren mit Gegenständen oder mit einem Spanngurt bewerkstelligen.

Der Nachteil dieser Biegemethode ist, dass man nur dünne MDF Platten biegen kann. Dickere Faserplatten können mit diesem Verfahren nicht gebogen werden. Durch die Feuchtigkeitseinwirkung beim Biegen kann es zudem zu Falten und Verwerfungen in der Plattenoberfläche kommen. Die Feuchtigkeitsmenge beim Biegen muss daher sehr vorsichtig dosiert werden, was einige Erfahrung voraussetzt.

  1. Eine weitere Methode zum MDF Biegen ist die Verwendung von Ammoniak. Der Ammoniak wird Anstelle des Wassers auf die Platten aufgetragen. Von dieser Methode kann nur abgeraten werden, da Ammoniak hoch giftig ist. Sowohl beim Biegen der Platten und noch Tage später entweicht das giftige Ammoniakgas.
  2. MDF Platten lassen sich auch durch Einsägen bzw. Einfräsen von Rillen biegen. Dieses Biegeverfahren hat den Vorteil, dass man damit auch dickere Faserplatten biegen kann. Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass die Platten durch die Einfräsungen an Stabilität verlieren. Des weiteren ist dieses Verfahren ziemlich arbeitsaufwendig.

 



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Anleitung: MDF-Platten mit Hilfe von Einfräsungen biegen

  • Als erstes wird die MDF Platte zum Biegen mit Schraubzwingen auf eine feste Arbeitsplatte gespannt, damit diese beim Sägen bzw. Fräsen der Schlitze nicht verrutschen kann.
  • Je nachdem in welchem Radius die MDF Platte gebogen werden soll, muss die Anzahl der Schlitze bestimmt werden. Je kleiner der Radius ist, umso mehr Schlitze müssen gefräßt bzw. gesägt werden.
  • Das Sägen bzw. Fräsen der Schlitze kann man mit einer Kreissäge oder einer Oberfräse durchführen. Wichtig ist dabei, dass die Schlitze nicht zu tief in die MDF Platten gefräst werden, da diese ansonsten zusehr an Festigkeit einbüßen. Daher muss die Kreissäge bzw. die Oberfräse über einen feststellbaren Tiefenanschlag verfügen.
  • Wenn eine Oberfräse zum Fräsen der Schlitze verwendet wird, so sollte man zudem einen Seitenanschlag verwenden, damit die Schlitze absolut gerade gefräst werden können. Desweiteren ist es empfehlenswert, einen Fräser mit einer 45° Schräge zu verwenden, da sich damit keilförmige Schlitze fräsen lassen.



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MDF Biege bzw. Formplatten verwenden

Wem die oben beschriebenen Methoden zum MDF-Biegen zu aufwendig sind, der kann alternativ auch MDF-Form bzw. Biege – Platten verwenden. Diese speziellen Faserplatten lassen sich relativ einfach ohne großen Aufwand biegen. Allerdings ist der Preis für die MDF Biege – Platten höher als der für herkömmliche mitteldichte Faserplatten.