Vergleich Wärmedämmputz mit einem Wärmedämmverbundsystem

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Ein Dämmputz bzw. ein Wärmedämmputz besteht aus einem Unterputz und einem Oberputz. Dem Unterputz werden wärmedämmende Zuschlagstoffe beigemengt. Diese Zuschlagstoffe bestehen meistens aus Polystyrolkugeln oder Perliten.  Der Oberputz wird aus mineralischen Bindemitteln wie Zement und Zuschlagstoffen hergestellt. Im Vergleich zu einem Wärmedämmverbundsystem sind die wärmedämmenden Eigenschaften von einem Wärmedämmputz nicht so gut.



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Dies liegt daran, dass die wärmedämmenden Zuschlagstoffe nicht in so großer Menge dem Putz beigemengt werden können, da noch Bindemittel notwendig sind, die die Zuschlagstoffe binden. Durch die Bindemittel wird die Wärmeleitfähigkeit des Wärmedämmputzes erhöht, so dass die Dämmwirkung darunter leidet. Damit ein Wärmedämmputz eine ausreichende Wärmedämmwirkung erzielt, muss dieser in  einer Schichtstärke von mindestens 10 cm aufgetragen werden.

Vergleich Wärmedämmputz: Vorteile und Nachteile

Im Vergleich zu einem Wärmedämmverbundsystem sind die Kosten für einen Wärmedämmputz meistens höher. Beim Aufbringen des Wärmedämmputzes ist größte Sorgfalt geboten, damit der Putz und die darin enthaltenen Dämmstoffe gleichmäßig aufgetragen werden. Trotz dieser Nachteile im Vergleich zu einem Wärmedämmverbundsystem hat ein Wärmedämmputz auch Vorteile. Insbesondere bei Denkmalgeschützten Häusern, bei denen die Fassade nicht verändert werden darf, wird sehr häufig Wärmedämmputz eingesetzt. Der Wärmedämmputz kann sowohl im Innen als auch im Außenbereich verwendet werden. Wenn ein Dämmputz im Innenbereich verwendet wird, so kann in vielen Fällen auf eine Dampfsperre verzichtet werden, da der Putz atmungsaktiv ist.



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Durch die hohe Kapillarwirkung des Dämmputzes wird der Kondensationsfeuchtigkeit vorgebeugt. Auch bei Altbauten, bei denen die Wände uneben und zerklüftet sind, kann ein Dämmputz von Vorteil sein, da man mit diesem Unebenheiten ausgleichen kann. Trotzdem sollte man ein Wärmedämmverbundsystem, dass aus mehreren Schichten aufgebaut ist, einem Wärmedämmputz vorziehen, wenn das Anbringen technisch möglich ist. Der Kostenvorteil und die besseren Dämmeigenschaften sind im Vergleich zu einem Wärmedämmputz klare Vorteile.

Vergleich Wärmedämmputz – Arten:

Bei den Wärmedämmputzen gibt es Putzsysteme bei denen Polystyrolkügelchen (EPS) als Dämmstoff zugeschlagen werden und auch solche bei denen der Dämmstoff aus Perliten oder Blähton bestehen. Die Dämmputze auf EPS Basis erreichen in der Regel bei gleicher Schichtdicke bessere Dämmwerte als solche, bei denen die Zuschlagstoffe aus Perliten bestehen. Auch wenn dem EPS Dämmputz nicht mineralische Dämmmittel zugeschlagen werden, so bereitet dessen Entsorgung keine Probleme, da dieser als Bauschutt mit dem restlichen Mauerwerk entsorgt werden kann.



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Fazit: Ein Wärmedämmputz sollte nur dann Verwendet werden, wenn aus bautechnischen oder baurechtlichen Gründen ein Wärmedämmverbundsystem nicht in Frage kommt. Auf Grund der besseren Wärmedämmeigenschaften eines EPS-Dämmputzes im Vergleich zu einem Wärmedämmputz auf Perlit-Basis ist die Verwendung eines EPS-Putzes in den meisten Fällen eher zu empfehlen. In jedem Fall ist es ratsam, sich bei einem Fachmann zu erkundigen, welches Wärmedammverfahren für das entsprechende Gebäude am geeignetsten ist.