Wände verputzen: Vorteile und Nachteile von Putzarten – Anleitung und Tipps

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Wer eine Wand neu verputzen will, der sollte zum Einen über das notwendige Werkzeug verfügen und zum Anderen die dazu notwendigen handwerklichen Fähigkeiten besitzen. Nicht so versierte Heimwerker sind besser beraten, wenn sie das Verputzen der Wände einem Fachmann überlassen. Eine schlecht verputzte Wand kann die Optik eines Raumes ruinieren. Im Folgenden werden zuerst die Vorteile und Nachteile von verschiedenen Putzsorten beschrieben. Dann werden die zum Auftragen des Wandputzes notwendigen Werkzeuge aufgeführt und zum Schluß wird eine Anleitung zum Wände verputzen gegeben.



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Wand verputzen: Vorteile und Nachteile von verschiedenem Putz – Material

Jedem bekannt, dürfte der schon seit Jahrhunderten verwendete Kalkputz sein. Kalkputz, auch unter dem Namen Kalkluftputz bekannt, hat den Vorteil, dass dieser feuchtigkeitsregulierend wirkt. Somit wird das Raumklima verbessert. Kalkluftputz ist für Feuchträume geeignet, sollte aber nicht im Spritzbereich eingesetzt werden. Zudem ist Kalkputz in der Lage Schadstoffe aus der Luft aufzunehmen. Des weiteren wirkt dieser Putz antibakteriell und fungizid, so dass einem Schimmelbefall im Raum vorgebeugt wird.

Allerdings hat Kalkputz auch Nachteile: So benötigen mit Kalkluftputz verputzte Wände relativ lange zum Trocknen, so dass sich der Baufortschritt verzögern kann. Zudem muss dieser Putz in zwei Lagen aufgetragen werden, was zusätzliche Arbeit bedeutet. Auch das Glätten von Kalkputz ist nicht so einfach, wie beispielsweise bei einem Gipsputz.

Gipsputz wird gerne von Heimwerkern verwendet. Dieser Putz hat die Vorteile, dass er sich leicht Glätten lässt und zudem einlagig aufgetragen wird. Gipsputz trocknet recht schnell und es bilden sich selten Spannungsrisse.

Ein Nachteil von Gipsputz ist, dass dieser nicht in Feuchträumen verwendet werden kann. Der Putz nimmt zwar Feuchtigkeit auf, kann diese aber häufig nicht im selben Maß abgeben, so dass es zu Schimmelbildung kommen kann. Des weiteren kann ein Gipsputz keine Schadstoffe aus der Raumluft aufnehmen. Bei direktem Kontakt mit Baustahl, der z.B. an einer Wand oder Decke an die Oberfläche tritt, kommt es zu Rostflecken am Putz. Für einen Aussenputz ist Gipsputz ungeeignet, da dieser nicht frostsicher ist.



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Zementputz wird auf Grund seiner wasserundurchlässigkeit und großen Härte häufig als Außenputz verwendet. Allerdings ist dieser Putz als Innenputz weniger geeignet, da dieser Feuchtigkeit nicht aufnehmen und somit auch nicht das Raumklima regulieren kann.

Lehmputz wird schon seit Jahrhunderten verwendet und wurde nach langer Vergessenheit von Baubiologen wieder entdeckt. Kein anderer Putz verbessert so gut das Raumklima wie Lehmputz. Dieser Putz kann Feuchtikeit sehr gut aufnehmen und auch wieder abgeben. Ein weiterer Vorteil ist, dass Lehm in der Lage ist Schadstoffe aus der Raumluft zu binden. Zudem ist dieser Putz auch ein hervorragender Wärmespeicher.

Allerdings hat Lehmputz auch einige Nachteile: Der Putz wird zweilagig aufgetragen, was einen größeren Zeitaufwand bedeutet. Zudem benötigt Lehmputz eine lange Trocknungszeit. Als Außenputz ist dieser Putz eher nicht geeignet, da er nicht wasserbeständig ist. Falls Lehmputz trotzdem als Aussenputz verwendet werden soll, so sind spezielle Zusätze empfehlenswert, die die Wasserbeständigkeit erhöhen. Bei der Trocknung neigt Lehmputz zur Rissbildung. Allerdings lassen sich diese Risse ohne großen Aufwand ausbessern.

Wände verputzen: Material und Werkzeuge

Damit das Verputzen der Wände gelingt, benötigt man geeignetes Werkzeug und Material.

  • Ein stabiler Mörteleimer ist zum Anrühren des Putzes unerläßlich. Der Mörteleimer sollte in einer Größe gewählt werden, die der zu verarbeitenden Materialmenge entspricht.
  • Des weiteren benötigt man ein elektrisches Rührgerät. Eine herkömmliche Bohrmaschine mit einem Rühraufsatz ist in der Regel nicht geeignet, da diese durch den zähen Putz beim Anrühren überlastet wird.
  • Eine Mauerkelle benötigt man zum Anwerfen des Putzes an die Wand. Die Glättkelle wird zum Glätten des Putzes benötigt.
  • Mit einer Kartätsche wird der Putz an der Wand abgezogen.
  • Ein Glättbrett dient zum Reiben des Putzes.
  • Das Filzbrett verwendet man zum Glätten des Putzes.
  • Mit einer Wasserwaage werden die Schnellputzleisten senkrecht ausgerichtet.
  • Die Richtlatte dient zum Waagrechten nivellieren der Schnellputzleisten.
  • Natürlich benötigt man noch einen geeigneten Putz. Die Verarbeitung des Putzes ist von der Putzsorte abhängig. Hinweis: Einige Putzsorten kann man an die Wand spachteln. In jedem Fall kann man alle Putzsorten mit der Mauerkelle an die Wand werfen.

Anleitung: Wände verputzen

Für nicht ganz so versierte Heimwerker ist es am einfachsten, wenn man vor dem Verputzen an der Wand Schnellputzleisten anbringt. Über die Schnellputzleisten kann der Putz mit der Kartätsche einfach abgezogen werden. Die Putzschienen werden einfach mit einem Batzen Putz ca. alle 50 cm senkrecht an der Wand fixiert. Mit einer Wasserwaage kontrolliert man dabei die senkrechte Ausrichtung. Der Abstand zwischen den Schnellputzschinen solle in jedem Fall kleiner sein, als die Länge der Kartätsche. Die Ausrichtung der Putzschinen untereinander kontrolliert man mit einer Setzlatte, die eine Länge von mindestens 3 Putzschienen – Bahnen besitzen sollte. Es ist dabei darauf zu achten, dass kein Versatz zwischen den Schienen auftritt. Alle Putzschienen müssen exakt in einer Ebene liegen, damit man den Putz sauber mit der Kartätsche abziehen kann.

Nach dem Trocknen des Putzmörtels für die Putzleisten wird der Putz in einem Mörtelkübel angerührt. Die Konsistenz der Masse sollte cremig-zäh sein. Es ist empfehlenswert, immer einen ganzen Putzmörtelsack anzurühren, da die Inhaltsstoffe in einem Sack nicht gleichmäßig verteilt sind. Wird nur ein halber Mörtelsack angerührt, so kann es passieren, dass das Mischungsverhältnis der Inhaltsstoffe nicht korrekt ist. Nach dem Anrühren sollte man den Putz entsprechend der Herstellerangabe einige Zeit quellen lassen.

Als Nächstes gibt man mit der Mauerkelle eine große Portion Putz auf die Glättkelle. Die Glättkelle dient an Putzvorrat, wenn der Putz an die Wand geworfen wird. Nun kann man den Putz mit der Mauerkelle an die Wand werfen. Die Schichtstärke sollte dabei etwas über der Stärke der Putzschinen liegen. Das Anwerfen des Putzes an die Wand verringert Luftblasen im Material. Zudem haftet der Putz besser an der Wand und beginnt schneller abzubinden. Einige Putzarten können auch direkt an die Wand gespachtelt werden. Allerdings besteht die Gefahr von Lufteinschlüssen, die beim Anwerfen weitgehend verhindert wird.

Nach dem Anwerfen des Putzes wird dieser mit der Kartätsche von unten beginnend abgezogen. Die Kartätsche wird an jeweils zwei Putzleisten angelegt und dann mit leichtem Druck nach oben gezogen. Dabei wird die Kartätsche etwas hin und her bewegt. Nach jedem Arbeitsgang muss die Kartätsche gereinigt werden um Riefen an der verputzten Wand zu vermeiden. Beim letzten Arbeitsgang wird die Kartätsche, ohne diese hin und her zu bewegen komplett durchgezogen.

Wenn die frisch verputzte Wand noch nicht getrocknet ist, wird diese mit einem Glättbrett abgerieben. Dazu wird die verputzte Wand mit einem Quast etwas angefeuchtet. Dann reibt man den Putz mit dem Glättbrett mit kreisenden Bewegungen ab. Durch diese Arbeit werden kleine Löcher im Putz aufgefüllt und auch kleine Überstände beseitigt.



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Nach einigen Stunden kann man mit dem Glätten des Putzes beginnen. Dazu kann man ein Filzbrett oder ein Schwammbrett verwenden. Die Putzoberfläche wird wieder mit einem Quast angefeuchtet. Mit dem Filzbrett wird die Wand dann kreisenden Bewegungen abgerieben. Durch diese Arbeit werden hervorstehende Sandkörner entweder entfernt oder in den Putz hineingedrückt, so dass eine glatte Oberfläche entsteht.

Alle Angaben ohne Gewähr!